warum Kraftsport sinn macht...

...auch für läufer

Das Krafttraining und ich haben immer eine sehr ambivalente Beziehung gehabt. Beim Ballett -und Einradtraining habe ich mich immer gefreut, wenn eine Einheit für die Muckis anstand, wobei das ja immer eine Art Training mit dem eignenen Körpergewicht war. 

Es gab eine Zeit, da bin ich mit Begeisterung täglich ins Gym gegangen. Hab an Geräten rumgehangen, Gewichte gestemmt und hinterher ein HIT drangehangen. Irgendwie fand ich es ein paar monatelang sogar unterhaltsam, die immer selben Menschen zu beobachten, die offenbar nichts mit sich anzufangen wissen oder sich im Fitnessstudio zum Quatschen mit ihren Homies treffen. (Das ist überhaupt nicht wertend gemeint! Ich beneide euch Leute!)

Wer sich dort wohl fühlt, soll dort stundenlang bleiben und sich unterhalten.  Hab ich ja auch gar nichts gegen, solange sie keine Geräte blockieren 

nach der Gym-ära

Was ich am Gym immer super blöd fand ist, dass man an Öffnungszeiten gebunden ist. Und daran, dass eben nicht die Rentnerclique oder der Supersportler im 40. Satz dein Gerät blockiert. Außerdem hat mich tierisch genervt, dass man ständig angesprochen wird. Ja, vielleicht bin ich kein Profi, aber ich hab auch keine Lust mir 20 mal an einem Tag die perfekte Ausführung von Biceps Curls zeigen zu lassen. Ja, ich weiß, alles nur nett gemeint. Aber gerade wenn man nicht unbegrenzt Zeit hat und in zwei Stunden mit seinen Übungen durch sein will, ist das irgendwann wirklich nur noch anstrengend. Was ich aber tatsächlich immer am schlimmsten fand, sind die Damenumkleiden. Wo man dann unfreiwillig Zeuge von Gesprächen wird oder schlimmstenfalls auch noch in Gespräche mit einbezogen will, die man nun absolut nicht führen möchte. Und auch keine Lust hat, sich das Geläster und die Nebensächlichkeiten anzuhören, die für die typische Fitnessstudiobesucherin scheinbar Lebensmittelpunkte darstellen. Ich hab eh immer den Verdacht gehabt, dass für viele das socializen wichtiger ist als das Training. Und als ich dann meine Liebe zum Laufen entdeckt habe und auch gemerkt habe, dass ein Sixpack mich nicht glücklicher gemacht hat sondern eher das Gegenteil bewirkt, hab ich mich mehr und mehr von meiner Fitnessstudio – Ära verabschiedet. Eine Zeit lang bin ich noch ein, zwei mal die Woche hingegangen und bei schlechtem Wetter aufs Laufband ausgewichen. Aber wie das dann oft so ist, wenn man gemerkt hat, dass man etwas nicht mehr mag, dann stört einen auf einmal all das, was man vorher kaum wahrgenommen hat.

Also hab ich den Vertrag dann irgendwann gekündigt, auch wenn mir die ein oder andere Übung und der Anblick von Muskeln im Spiegel schon ein wenig fehlt…

 

ohne ist auch blöd

Auf der Arbeit ist mir dann erstmals bewusst geworden, wie wichtig Kraftsport auch tatsächlich für die Gesundheit ist. Klar, die meisten Menschen sterben an Herzkreislauferkrankungen, und da ist nun mal moderater Ausdauersport das beste, was man machen kann. Aber Osteoporose kann man eben nicht nur durch Bewegung an der frischen Luft, sondern auch durch Muskelaufbau vorbeugen. Was ich aber während meiner Arbeit in der Schmerzambulanz und auch während der Arbeit für meine Doktorarbeit erlebt habe, ist aber vor allem, dass Rückenschmerzen ein ganz großes Problem in unserer Gesellschaft darstellen und degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, sprich das, was wir im Alltag als Bandscheibenvorfall, Wirbelgleiten und allgemeinen Verschleiß kennen, Probleme sind die ganz ganz viele Menschen betreffen und auch eine große Beeinträchtigung im Leben des Betroffenen darstellen, bis hin zur täglichen Einnahme von Opiaten oder dem Verlust der Berufsfähigkeit.

Und was hab ich den Patienten dann den ganzen Tag erzählt? „Machen Sie Sport, kräftigen Sie aktiv Rücken -und Bauchmuskulatur. Desto mehr die Rumpfmuskeln tragen, desto weniger lastet auf den Knochen -und Bandstrukturen des Bewegungsapparats. 

Klar habe ich diesen Aspekt im Hinterkopf, schließlich werde ich im nächsten Jahr 25 und komme dem Altersgipfel der Bandscheibenvorfälle immer näher. Der Hauptgrund, warum ich seit ein paar Wochen wieder Krafttraining in meinen Alltag integriere ist aber, dass ich beim Laufen schneller werden will. Und dass ich beim Triathlon meine Arme brauche, also eine bei Läufern chronisch unterentwickelte Körperregion. 

Umso cooler fand ich, dass mich vor einigen Wochen die Macher von Getto.Workout angeschrieben haben, eines Start-Ups aus XXX, die ein Trainingsprogramm zum Muskelaufbau mit dem eigenen Körpergewicht entworfen haben. Ich wurde gefragt ob ich Interesse daran hätte, mir die App mal genauer anzusehen und den Verantwortlichen ein Feedback zu geben und da ich mit Plan gerade bei sowas ohnehin viel effektiver und motivierter bin, habe ich kurzer Hand zugesagt.

Nach der Examensvorbereitung in der ich froh war, meine Laufeinheiten unterzukriegen, hab ich dann also losgelegt und dem Pudding in den Armen den Kampf angesagt. Nur um das an dieser Stelle nochmal klarzustellen, ich finde nicht, dass an meinen Armen irgendwas schwabbelt oder hab das Bestreben optisch etwas zu verändern. Ich will einfach Kraft haben. Generell bin ich der Typ Frau, der sich ungern schwere Gegenstände abnehmen lässt, da seh ich lieber blöd aus, während ich den 40-Kilo-Koffer mit meinen untrainierten Armen die Treppe hochwuchte. Außerdem begann Ende November mein Chirurgie-Tertial (bald entsteht hier ein Link zum Thema : PJ) und ich kann mich noch gut an meine Famulatur dort erinnern: stundenlanges Hakenhalten oder: „Halte doch mal das Bein- genau so!“ – gehen ganz schön in die Arme. 

 

die lösung

Für mich also Grund genug, was für die Muskulatur zu tun und das eben nicht mehr im Fitnessstudio. Mit dem eigenen Körpergewicht zu arbeiten reicht für mich völlig, da ich nicht das Bestreben habe, eine BikiniCompetition zu bestreiten oder mit meinem Bizeps Schwarzenegger Konkurrenz zu machen. Außerdem bin ich so zeitlich flexibel und kann die Übungen dann machen, wenn es mir passt. Sie sind eine Ergänzung zum Laufen, daher passe ich das Krafttraining dem Laufen an. Und ich brauche nur eine Matte, auch das ist für mich als Frischluftfanatiker ein großer Pluspunkt, bei gutem Wetter mache ich es einfach draußen.

Ich hab jetzt also erzählt, warum ich Krafttraining mache und warum ich Bodyweight-Workouts dem Pumpen im Fitnessstudio vorziehe. Wenn Interesse an einem Erfahrungsbericht über die App von Getto.Workout oder anderen Aspekten zu dem Thema besteht, lasst es mich wissen!

 

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